Große Liebe zum Detail zeichnet
die Skulpturen von Diethelm Kau aus.
Mitunter neigt er aber auch
zu anatomischen Übertreibungen
.

Bild: CH

 

Helden der Antike dienten als Vorbilder

VON CHRISTOPH HENNES,  26.02.03


Eine eigenartige Welt eröffnen die detailverliebten Unikate des Bildhauers Diethelm Kau aus Rath.
Auf den ersten Blick scheinen die Figuren einem in der Antike angesiedelten Fantasy-Comic zu entspringen. Seine meist aus Plastilin modellierten oder zum Teil in Bronze gegossenen, expressiv überzeichneten Körperskulpturen, die wohl auch altertümlicher Helden- oder Athletendarstellungen nachempfunden sein könnten, konkurrieren mit provokanten Nacktszenerien à la Jeff Koons.
Die Provokation des Betrachters ist dabei ein Bestandteil der Arbeit Kaus. Das bezieht der Multikünstler auf anatomische Übertreibungen mancher Körperteile genauso wie auf die ironische Botschaft einiger seiner Szenen. Der Charakter seiner Figuren gründet auf die von Kau bevorzugten Themenwelten „Sage und Mythos“ oder „antike Geschichte“. „Je mehr du selber kannst, desto besser kannst du dich letztendlich auch künstlerisch ausdrücken“,sagt Kau und meint dies weniger als reine Feststellung, sondern als Aufforderung zur ständigen Verbesserung eigener Fertigkeiten.
Diethelm Kau, 1950 in Köln geboren, studierte an der Fachhochschule für Kunst und Design, bevor er nach angehangenem Sportstudium zunächst drei Jahre als Kunsterzieher am Porzer Gymnasium und später als Dozent für figürliches Modellieren und Schmuckgestaltung an der Volkshochschule in Frechen tätig war. Seit 17 Jahren mittlerweile lebt er als Künstler mit den Schwerpunkten Skulpturen, Schmuck und Fotografie im exotisch-orientalisch gestylten heimischen Atelier.
Fingerfertigkeit entwickelte er als Kind bereits in jungen Jahren mit der Formung von Miniaturwelten aus Knetmasse. Indianer, Cowboys, Soldaten und ganze Schlachtfeldszenarien aus Wildwestfilmen inspirierten ihn dabei. Als Jugendlicher bekam er aus der Nachbarschaft einen Büchernachlass über die griechische Antike in die Hände. Hier gründet seine bis heute andauernde Faszination für diese Zeit.
Für den Sommer plant der kreative Junggeselle eine Ausstellung in Düsseldorf; zusätzliche Infos bietet bald die im Aufbau befindliche Homepage:

www.diethelm-kau.de

(KStA)